Zwei Robben fauchen sich an
Persönlichkeit

Streiten? Ja, aber richtig!

Es kann nicht immer perfekt laufen im Leben. Nicht im Berufsleben und auch nicht im Privaten. Streiten gehört genauso dazu wie lachen. Du kannst und solltest einem Streit nicht immer ausweichen. Manchmal ist es gut, Angestautes rauszulassen und unterschiedliche Meinungen zu klären. Zu viel Streit ist allerdings auch schlecht. Streit darf nicht eskalieren. Man muss ein gesundes Mittelmaß finden.

Hier kommen meine 11 Top Tipps für einen Streit. Oder schöner gesagt eine Meinungsverschiedenheit.

1) Suche das Gespräch

Wenn dich etwas ärgert oder verletzt, solltest du das auch sagen. Spiele dein Problem nicht herunter. Gib nicht nach, wenn dir das Thema wichtig ist. Warte nicht ewig ab oder zieh dich zurück, sondern suche direkt das Gespräch. Es bringt nichts, wenn du den Anderen ignorierst oder das Thema totschweigst. Oft weiß der Andere nicht was los ist und hat dann auch nicht die Chance etwas zu ändern. Er kann ja nicht hellsehen (auch wenn wir uns das manchmal wünschen würden:D).

2) Nimm dir Zeit

Ein Streit sollte nie zwischen Tür und Angel stattfinden. Du solltest nicht gestresst sein. Wähle einen guten Zeitpunkt (soweit möglich). Nicht morgens vor dem ersten Kaffee oder abends, wenn du schon total fertig bist. Ihr solltet beide ausgeruht und aufnahmefähig sein.

3) Unter vier Augen

Spreche möglichst unter vier Augen mit dem Anderen. Das gilt im Privaten wie auch auf der Arbeit. Man sollte nicht vor Kindern oder der gesamten Belegschaft streiten. Wenn man zu zweit zu keiner Lösung kommt, kann man aber eine neutrale Person zu Hilfe holen. Sie hat nochmal einen anderen Blick auf die Dinge.

Wenn schon beim kleinsten Streit dein Herz weh tut, dann ist es eine der wichtigsten Personen in deinem Leben.

4) Stop!

Am besten machst du mit deinem Partner ein allgemeines Codewort aus. Wenn es dir zu viel wird oder du das Gefühl hast, es geht gerade zu weit, dann ist es wichtig, dass du das sagst. Du darfst den Partner dabei auch unterbrechen. Er sollte das akzeptieren und ein Time-Out gewähren. So kannst du beispielsweise kurz den Raum verlassen und dich beruhigen. Oder ihr macht eine längere Streitpause. Auch solltet ihr eine Pause einlegen, wenn der Streit endlos wird. Ansonsten macht das psychisch kaputt. Lasst euch lieber wann anders nochmal darauf ein.

5) Auch mal loben

Ein Streit wird oft konstruktiver, wenn du mit einem Lob beginnst und dann erklärst, was dich stört. Das zeigt deinen Respekt und deine Wertschätzung.

6) Beispiele nennen

nie, immer & Co.: Solche verallgemeinernde Worte solltest du vermeiden. Das verletzt unnötig und stimmt oft nicht. Stattdessen lieber konkrete Beispiel nennen. Wann hat dich was genau gestört?

7) ICH statt DU

Statt Du-Sätze wie „Du hast schon wieder nicht den Müll rausgebracht“, lieber Ich-Sätze wie „Es stört mich, dass du den Müll heute nicht rausgebracht hast“ nutzen. Du-Sätze wirken vorwurfsvoll und treiben den Anderen in die Ecke. Mit Ich-Sätzen kannst du dem Anderen besser zeigen, wie du dich fühlst. Häufig ist dem Anderen gar nicht bewusst, was er durch eine Aussage oder Handlung ausgelöst hat.

8) Beleidigungen weglassen

Auf keinen Fall solltest du den Anderen beleidigen, auch wenn dir gerade danach ist. Genau solche Beschimpfungen und Provokationen lassen kein konstruktives Streiten zu. Im Gegenteil, der Streit eskaliert. Wähle deine Worte also sorgfältig aus.

Es ist schwer, in einem Jahr einen Freund zu gewinnen. Es ist leicht, ihn in einer Stunde zu verlieren.

9) Lösungsorientiert kommunizieren

Oft wiederholen wir für unsere Argumentation im Streit immer wieder Dinge aus der Vergangenheit. Dieses ständige Hinweisen auf vergangene Fehler ist kurz gesagt kacke. Vergangenes können wir nicht mehr ändern. In einem Streit sollten wir auf die aktuelle Situation eingehen und darüber reden, wie wir jetzt und zukünftig mit der Situation umgehen.

10) Zuhören und verstehen

Höre der anderen Person aufmerksam zu und lasse sie ausreden. Jeder hat das Recht sich zu erklären. Häufig überhört man die Wünsche des Anderen, weil man nur die eigenen Argumente als richtig betrachtet. Du solltest dich also auch mal in den Gegenüber hineinversetzen und hinterfragen, wieso er das so sieht und wie er sich fühlt. Oft hilft es, auch mal die Perspektive zu wechseln.

Die Frage ist nicht, wer von euch Recht hat. Ihr seht die Dinge einfach in verschiedenen Rahmen. (Kodo Sawaki)

11) Kompromiss finden

Betrachte deinen Gegenüber als Freund und nicht als Feind. Sucht zusammen nach einem Kompromiss. So kommt ihr bestenfalls gemeinsam zu einer Lösung, mit der beide Seiten einverstanden sind.

Eure ANNAnas

Bild: Lena Neubauer

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